Cannabis gegen Krebs

Ab sofort können ausgewählte Patienten bei Unifontis an einer klinischen Phase I Studie mit Dexanabinol, einem synthetischem Cannabis, zur Behandlung von soliden Tumorerkrankungen teilnehmen.

Cannabis ist bisher hauptsächlich als psychotrope und psychoaktive Substanz bekannt. Die Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke, wie z.B. bei Schmerzsyndrom und Kachexie stammt allerdings aus alten Zeiten.

In den 50er Jahren zum Beispiel, zeigten Cannabinoide in ersten Studien eine direkte Antitumoraktivität. Weitere Untersuchungen identifizierten die chemischen Strukturen von Cannabis, die für die Antitumor-Aktivität verantwortlich sind. Mit diesen Erkenntnissen wurden weitere synthetische Cannabinoide entwickelt. Diese zeigten signifikante Antitumor-Aktivität in Zellen und Tieren.

Heutzutage wird Cannabis offiziell in einigen US-Bundesstaaten zur Schmerzreduktion, zur Steigerung des Appetits und zur Verminderung der Schlaflosigkeit bei Krebspatienten eingesetzt.

In der Studie wird nicht Cannabis selbst, sondern das synthetische Cannabinoid Dexanabinol (ETS2101, HU-211) verabreicht. Dexanabinol stellt eine fortschrittliche und vielversprechende Entwicklung dar und hat im Vergleich zu anderen Cannabinoiden eine reduzierte psychotrophe Wirkung. Die starke Antitumor-Aktivität wird auf bestimmte Proteine, einschließlich NFĸB, TNF, COX-2 HAT, FAT und Cyclin-abhängige Kinasen zurückgeführt. Erste klinische Phase-I Studien an Hirntumoren wurden bereits mit vielversprechenden Ergebnissen durchgeführt.

Aktuell werden Patienten mit Leberkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs behandelt. Je nach Vorbehandlung erfolgt die intravenöse Gabe des Cannabis-basierten Medikamentes in Kombination mit Chemotherapie oder als alleinige Therapie.

Prof. Dr. Drevs wird bei der Studie als Leiter der klinischen Prüfung (LKP) fungieren.

Fragen zu weiteren Informationen oder Teilnahmebedingungen an der Studie richten Sie bitte an uns über das Kontaktformular. »